Ferdinand Porsche – Gründer einer Dynastie

Bei seiner Geburt im Jahre 1875 hätte wohl niemand vermutet, dass aus ihm ein berühmter Automobilkonstrukteur und Gründer einer international tätigen Firma werden würde. Doch Ferdinand Porsche zeigte schon früh außergewöhnliches technisches Talent, vor allem im Bereich Elektrotechnik. Ohne höhere Bildung stieg er bei einem Elektrizitätswerk vom Mechaniker zum Leiter der Prüfabteilung auf, konstruierte einen Radnaben-Elektromotor und baute 1899 das erste Hybrid- und Allradfahrzeug der Welt, den Lohner-Porsche.

Ferdinand Porsche am Steuer.Anschließend machte er ab 1906 als Entwicklungs- und Produktionsleiter bei der Österreichischen Daimler-Motoren-Gesellschaft (Austro-Daimler) Karriere: Bereits 1917 wurde er zum Generaldirektor bestellt. Bekannt dafür, dass er die Rennwagen bei Wettbewerben selbst fuhr, verließ er allerdings 1923 Austro-Daimler, nachdem der Vorstand die Mittel der Sportwagenabteilung stark gekürzt hatte.

Eine neue Heimat fand er in Stuttgart, wo er 1930 die Dr. Ing. h. c. F. Porsche GmbH gründete. Die Firmenanteile lagen zu 70 Prozent bei Porsche, zu 15 Prozent beim Kaufmann und Rennfahrer Adolf Rosenberger und zu 15 Prozent bei seinem Schwiegersohn, dem Wiener Rechtsanwalt Anton Piëch. Ab 1934 konstruierte Porsche im Auftrag des Reichsverbandes der Automobilindustrie den deutschen Volkswagen, später auch KdF-Wagen oder VW Käfer genannt.

Die Geschäfte liefen gut und ab 1938 konnte Porsche sich Hauptgeschäftsführer und Mitglied des Aufsichtsrats der Volkswagenwerk G.m.b.H. nennen. Das Werk wurde als modernstes Automobilwerk Europas aufgebaut, doch der KdF-Wagen wurde nie ausgeliefert. Stattdessen wurde die von Porsche mitentwickelte Technik im Kübel- und Schwimmwagen der Wehrmacht verwendet. Überhaupt stellt das Dritte Reich eine dunkle Zeit in Porsches Lebenslauf dar: 1937 Mitglied der NSDAP, 1939 Wehrwirtschaftsführer, 1942 SS-Oberführer, von 1941-43 Vorsitzender der Panzerkommission – das sind einige der bekannten Stationen.

Ferdinand und Ferry PorscheNach Kriegsende verbrachten Ferdinand Porsche und Anton Piëch knapp zwei Jahre in französischen Gefängnissen, danach schloss Porsche mit Volkswagen einen Vertrag zur Weiterentwicklung des VW Käfers. Dies bildete die finanzielle Basis für das Stuttgarter Autowerk Dr. Ing. h. c. F. Porsche KG. Tatsächlich wurde erst von seinem Sohn Ferry das erste Fahrzeug entwickelt, welches den Familiennamen trug. Porsche starb 1951 in Stuttgart.