Rettung durch die Gasse

Nach einem Unfall kommt es auf jede Sekunde an. Doch häufig müssen sich Helfer viel länger durch den stockenden Verkehr und den bereits entstandenen Stau kämpfen als nötig. Der Grund? Vielen Autofahrern ist nicht bewusst, dass sie bei Stau eine Rettungsgasse für Polizei, Feuerwehr oder Notarzt bilden müssen.

Unfall auf der A 46. Ein Notarzt-Wagen bahnt sich den Weg durch den Stau. Bildquelle: ADAC e.V.

Unfall auf der A 46. Ein Notarzt-Wagen bahnt sich den Weg durch den Stau. Bildquelle: ADAC e.V.

Eine funktionierende Rettungsgasse kann nur entstehen, wenn alle Kraftfahrer an einem Strang ziehen, die Vorschriften einhalten und ein Bewusstsein für die Situation entwickeln. So kann jeder Autofahrer dazu beitragen, schnelle Hilfe zu ermöglichen und die Überlebenschance von Unfallopfern zu erhöhen. Bereits bei stockendem Verkehr muss eine Rettungsgasse gebildet und offen gehalten werden. Wenn die Fahrzeuge bereits dicht auf dicht stehen, was im Falle eines Staus häufig vorkommt, ist es nicht mehr möglich, den Einsatzfahrzeugen rechtzeitig Platz zu schaffen. Der Standstreifen ist für Einsatzfahrzeuge übrigens ungeeignet: Da er nicht überall durchgehend ausgebaut ist und auch Pannenfahrzeuge den Weg versperren können, ist die Bildung einer Rettungsgasse von entscheidender Bedeutung.

Befahren werden darf die Rettungsgasse ausschließlich von Rettungs- und Hilfsfahrzeugen. Dazu zählen: Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei, Krankenwagen, Abschlepp- und Pannendienstfahrzeuge. Allen anderen Kraftfahrern ist die Durchfahrt untersagt, die Nichtbeachtung wird mit einem Bußgeld geahndet. Sobald Fahrzeuge mit Sondersignalen gehört oder gesehen werden, sollten Autofahrer laut ADAC folgende Anweisungen befolgen:

  • Die Geschwindigkeit verringern
  • im Zweifelsfall anhalten, aber das Fahrzeug möglichst parallel zur Fahrtrichtung ausrichten, damit das Heck des Fahrzeugs nicht in die Rettungsgasse hineinragt
  • den Blinker setzen, um den Verkehrsteilnehmern und Rettungsfahrzeugen mitzuteilen, zu welcher Seite man ausweichen möchte
  • ausreichend Abstand zum Vordermann einhalten
  • die Standspur, wenn möglich, frei halten
  • unbedingt die Rettungsgasse offen halten – häufig folgen weitere Rettungs- und Einsatzfahrzeuge

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Der ADAC weist übrigens darauf hin, dass alle Autofahrer, die gegen das Gebot der Rettungsgasse verstoßen, mit einem Bußgeld von mindestens 20 Euro rechnen müssen.

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