In immer mehr deutsche Städte halten verkehrsberuhigte Zonen – umgangssprachlich gerne Spielstraßen genannt – Einzug. Zunächst handelt es sich bei Straßen mit dem bekannten blau-weißen Zeichen offiziell nicht um Spielstraßen. Letztere sind „Verkehrsflächen, die für den gesamten Fahrzeugverkehr (also nicht nur für Kraftfahrzeuge) gesperrt sind“. Anders verhält es sich mit den verkehrsberuhigten Zonen: Hier sind Fahrzeuge aller Art erlaubt, müssen allerdings auf alle anderen Verkehrsteilnehmer besondere Rücksicht nehmen. Obwohl es verkehrsberuhigte Bereiche schon lange gibt und falsche Antworten in der amtlichen Führerscheinprüfung mit vier Punkten schwer wiegen, kennen viele Autofahrer sich mit der hier geltenden Verordnung nicht aus.

Schild mit Spielstrae und Sonne, WolkenIn verkehrsberuhigten Bereichen dürfen Pkws nicht schneller unterwegs sein als Fußgänger: Die deutsche Rechtsprechung beziffert diese Schrittgeschwindigkeit auf vier bis sieben km/h. Eine leichte Drosselung des Tempos im Vergleich zur 30er-Zone reicht also nicht aus, denn Autofahrer sind angehalten, ständig mit auf der Straße spielenden Kindern zu rechnen. Letzteres ist in verkehrsberuhigten Zonen übrigens ausdrücklich erlaubt. Wer gegen diese Verordnung handelt, zahlt je nach Tempo ein Bußgeld von mindestens 15 Euro – für Radfahrer gilt dies ebenso.

Viele Autofahrer überrascht diese Regel sicherlich: Beim Verlassen einer verkehrsberuhigten Zone gilt nicht die Regel „Rechts vor links“. Hier muss jeder allen anderen Fahrzeugen Vorfahrt gewähren – egal ob sie von rechts oder links kommen. Dies gilt sogar, wenn zwischen dem Verkehrszeichen „Ende des verkehrsberuhigten Bereichs“ und der Querstraße noch einige Meter zurückzulegen sind. „Rechts vor links“ gilt nur innerhalb der Zone selbst.

Parken ist nur auf besonders gekennzeichneten Flächen erlaubt. Gibt es keine freien Parkflächen, müssen Fahrzeughalter außerhalb des verkehrsberuhigten Bereichs einen Parkplatz suchen. Ausnahmen: Ein- oder Aussteigen, Be- oder Entladen. Auch diese Regel liegt bei den spielenden Kindern begründet, denn bei auf der Straße abgestellten Fahrzeugen erhöht sich die Gefahr plötzlich auf der Fahrbahn auftauchender Kinder.

SpielstrafleGenerell gilt: Fußgänger, Kinder und Tiere haben grundsätzlich Vorrang vor Fahrzeugen, dürfen sie aber nicht unnötig behindern. Die Einhaltung dieser Regeln sorgt für ein friedliches Miteinander in reinen und meist eng bebauten Wohnvierteln. Vor allem Kinder erhalten mit dieser besonderen Verkehrsberuhigung eine wertvolle Erweiterung ihres Freizeitbereichs.

Zurzeit haben die Werkstätten gut zu tun, denn die Reifensaison ist im vollen Gange. Durch den Wechsel von Sommer- auf Winterreifen hat der überwiegende Teil der Fahrzeughalter in diesen Tagen einen Termin in der Werkstatt ihres Vertrauens.

Winter tyres in extreme cold temperatureEigentlich beginnt die empfohlene Wechselzeit schon früher, denn in diesen Breitengraden sollte man von Oktober bis Ostern auf Winterreifen setzen – also von O bis O. Viele Autofahrer warten leider den ersten Bodenfrost ab, ehe sie den Reifenwechsel vornehmen. Dabei verlieren Sommerreifen bereits bei Temperaturen von unter sieben Grad Celsius Haftung zum Boden, da der Gummi stark aushärtet.

Zu diesem Problem gesellt sich allerdings noch ein weiteres: Tatsächlich erleben die Mitarbeiter der Werkstätten regelmäßig böse Überraschungen an der Hebebühne. Reifen, die nicht passen, die nicht für Pkws zugelassen sind, deren Profiltiefe zu gering sind oder die falsch, beispielsweise entgegen der Laufrichtung, montiert sind, sorgen oft für Kopfschütteln bei den Profis. Regelmäßig sehen sie Fahrzeuge, deren Reifen schon fast abfallen.

Luftdruck„Man sollte beim Radwechsel deshalb unbedingt Profis ranlassen“, betont Günther Engelke, stellvertretender Obermeister der Bremer Innung des Kraftfahrzeugtechniker-Handwerks. „Alufelgen, wie sie heute bei vielen Autos üblich sind, müssen mit einem richtigen Drehmoment angezogen werden. Nur so ist sichergestellt, dass die Felgen korrekt aufsitzen.“ Seine Empfehlung: Unbedingt die Radbolzen nach 50 Kilometern nachziehen lassen und keinesfalls selbst Hand anlegen. „So kann der Kunde sicher sein, dass sie bei der richtigen Temperatur ruhen und vor dem Aufsetzen umfassend kontrolliert werden. Der Service eines Reifenhotels wird meist für wenig Geld angeboten“.