Seit Jahren nimmt die Zahl der Autounfälle in der Bundesrepublik zu. Laut Statistischem Bundesamt gab es in den letzten acht Jahren eine Zunahme von fast neun Prozent auf 2,42 Millionen. Exponentiell angestiegen ist dabei auch die Zahl der Unfallvideos oder -bilder, die auf YouTube und Facebook geteilt werden. Zwar gehen Experten davon aus, dass nur eine kleine Minderheit absichtlich an Unfallorte fährt, um Handybilder oder -videos zu drehen, aber ob zufällig oder absichtlich entstandene Aufnahmen – im Internet dürfen sie die gleiche Aufmerksamkeit erhalten. So entsteht ein Sog, der zusätzlich Neugierde weckt.

Schaulistiger Gaffer fotografiert Unfall mit HandyDabei ist „Gaffen“ nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch gesetzeswidrig. Längst können Schaulustige rechtlich zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie mit dem Handy im Vorbeifahren filmen, an einer Unfallstelle auf der Autobahn ohne Grund langsam fahren, sogar anhalten oder die Rettungskräfte behindern. Zu den Mitteln gegen Schaulustige gehören neben dem Platzverweis, der notfalls auch mit Haft durchgesetzt werden kann, bisher auch ein Bußgeld für die Nutzung des Handys am Steuer. Weitere Strafen werden ausgesprochen, sobald Bilder von Verletzten verbreitet werden. Im Mai 2017 machte der Bundesrat die Sensationslust bei Unfällen zu einem eigenen Straftatbestand: Das neue Gesetz sieht für diejenigen, die bei Unglücksfällen Hilfeleistende der Feuerwehr, des Katastrophenschutzes oder eines Rettungsdienstes behindern, eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine hohe Geldstrafe vor. Dadurch sollen nicht zuletzt die Persönlichkeitsrechte der Opfer stärker geschützt werden.

VerkehrsstauEine weitere wichtige und effektive Maßnahme, um das Gaffen stärker zu kontrollieren,  ist bei sich selbst und anderen auf das korrekte Verhalten am Unfallort zu achten. Dazu gehören das Absetzten eines Notrufes zur Einleitung der Erste-Hilfe-Maßnahmen und die richtige Bildung einer Rettungsgasse. Der Standstreifen muss dabei unbedingt frei gehalten werden, der ist nämlich ausschließlich für Pannenfahrzeuge reserviert. Darüber hinaus gilt: Die Rettungsgasse ist immer offen zu halten, auch wenn bereits ein Rettungsfahrzeug durchgefahren ist, denn häufig folgen weitere Sanitätsfahrzeuge, Polizeiwagen oder Feuerwehrautos.

 

Werkstatt Auto Mechaniker-1250In gewissen Abständen verlangt jedes Auto Nachschub: Motoröl, Bremsflüssigkeit, Scheibenwischwasser und Frostschutzmittel. Diese Flüssigkeiten sind unerlässlich für sicheres Fahren und sollten gerade deshalb regelmäßig geprüft werden. Warum sind sie so wichtig? Was ist zu tun, wenn die Kontrolllampen leuchten? Und was ist beim Kauf der Pflege- und Instandhaltungsprodukte zu beachten?

Der Motor als Herzstück eines jeden Pkw ist mit seinen vielen beweglichen Einzelteilen besonders verschleißanfällig. Zum Schutz vor Reibung und Abnutzung versieht deshalb ein Ölkreislauf in seinem Inneren das Aggregat mit einem Film aus Schmiermittel. Dieses dient gleichzeitig dazu, den richtigen Druck im Motor zu gewährleisten, um ihn auch bei hoher Belastung vor Schäden zu bewahren. Da im Inneren des Motors hohe thermische und physische Kräfte wirken, empfiehlt es sich, den Ölstand regelmäßig zu überprüfen. Leuchtet die Ölkontrolllampe bereits, sollte man möglichst keine Zeit verlieren und Schmiermittel nachfüllen. Denn Fahren mit zu geringem Ölstand kann die Lebensdauer von Motor und Schmiermittel unter Umständen enorm verkürzen und führt im schlimmsten Fall zum Totalausfall des Aggregats. Da das Öl außerdem auf Dauer durch Rußpartikel verunreinigt wird, sollte regelmäßig ein Ölwechsel vorgenommen werden. Hinweise und Empfehlungen des Herstellers zum Motoröl können im Handbuch nachgeschlagen werden.

Die Bremsflüssigkeit ist überlebenswichtig für jeden Autofahrer. Als Übertragungsmedium übermittelt sie die ausgeübte Kraft beim Tritt auf das Bremspedal an die Radbremse. Ohne sie würde demnach jeder Tritt auf die Bremse „ins Leere“ führen. Ein erschreckendes Szenario, das es unbedingt zu vermeiden gilt. Entsprechend hoch sind auch die Anforderungen an die Bremsflüssigkeit. Aufgrund der hohen Temperaturen, die beim Bremsen entstehen, muss sie extrem hitzebeständig sein. Nur so kommt das Fahrzeug bei hohen sowie niedrigen Temperaturen zum Stehen. Außerdem schützt die Bremsflüssigkeit die Komponenten des Bremssystems vor Korrosion und Verschleiß. Da sie sich jedoch mit Wasser verbindet, welches beim Lösen der Bremse gelegentlich durch die Schläuche und Manschetten in das hydraulische System gelangt, sollten Flüssigkeit und Schläuche regelmäßig vom Fachmann überprüft werden. Der Wassergehalt im Übertragungsmedium lässt sich auch durch entsprechende Tester ermitteln. Aus Sicherheitsgründen wird eine besonders gute Pflege und Wartung der Bremsanlage empfohlen.

KFZ-Mechaniker füllt Flüssigkeit für den Scheibenwischer nachFreie Sicht ist unerlässlich für eine sichere Fahrweise. Besonders in der kalten Jahreszeit werden zusätzliche Anforderungen an die Scheibenwischanlage gestellt. Hier ist ein Frostschutzmittel unverzichtbar. Das Gemisch aus Alkohol und Reinigungszusätzen verhindert das Einfrieren der Spritzwasserdüsen. Damit Front- und Heckscheibe stets von Schmutz und Frost befreit werden können, sollte der Flüssigkeitsbehälter der Scheibenwaschanlage immer ausreichend mit Wischwasser und Frostschutzmittel gefüllt sein. Ob sich genügend Flüssigkeit im Behälter befindet, zeigt je nach Ausstattung des Fahrzeuges ein Wasserstandsmesser an. Wer im Winter lieber selber mischt, kann auf Frostschutzkonzentrate zurückgreifen. Es empfiehlt sich, den Frostschutz alle drei Jahre auszutauschen.